Gut, Gelassen und Gesund Pflegen - 3GP

Ein Projekt der Gesundheitsregionen Peine und Gifhorn

Ziele und Dialoggruppe

Ziele des Projekts

  • Entlastung der Pflegeschüler*innen von psychisch belastenden Situationen in der Pflege(ausbildung)
  • Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen
  • Erhöhung der Attraktivität der Ausbildung in den Landkreisen durch flankierende Angebote (Stärkung der Resilienz, besserer Umgang mit Konflikten, Blickwinkel ändern auf Situation usw.)

Dialoggruppe

  • Pflegeschüler*innen des ersten bis dritten Ausbildungsjahres
  • Pflegekräfte in den ersten zwei Berufsjahren

Maßnahmen und Auswirkungen

Ausgangslage

Angesichts der zunehmenden Nachfrage nach professionellen Pflegedienstleistungen stehen viele Einrichtungen und Dienste der Alten- und Krankenpflege vor der Herausforderung, eine ausreichende Anzahl an Mitarbeitenden zu finden. Schon heute können aufgrund des Personalmangels nicht alle Anfragen bezüglich einer pflegerischen Versorgung bedient werden - ambulante Pflegedienste lehnen neue Aufträge ab beziehungsweise kündigen bereits bestehende Versorgungsverträge mit den Pflegebedürftigen und stationäre Einrichtungen können ihre Pflegeplätze nicht belegen. Dies führt in letzter Konsequenz sogar zur Aufgabe von Unternehmen (im LK Peine haben 2017 zwei Pflegeheime und drei ambulante Dienste ihren Betrieb eingestellt; im LK Gifhorn gab 2017 ein ambulanter Dienst auf, fünf Pflegeheime können ihre vorhandenen Plätze nicht belegen, mehrere Expansionsvorhaben wurden zurückgestellt).

Hinzu kommt ein für beide Landkreise prognostizierter Anstieg der Anzahl Pflegebedürftiger in den nächsten Jahren.

Vorgehen im Projekt

Das Projekt soll über einen Zeitraum von zwei Jahren an den Kranken- und Altenpflegeschulen in den Gesundheitsregionen Gifhorn und Peine etabliert werden. Den Pflegeschüler*innen und Berufsanfänger*innen werden im Rahmen verschiedener Angebote Möglichkeiten und Methoden individueller Bewältigungsstrategien (kognitiv, emotional und körperlich) angeboten. Aus diesem Angebotsspektrum können die Teilnehmenden für sich Möglichkeiten des Umgangs mit Stress und Belastung herausfinden. Der Zugang zum Projekt soll sehr niederschwellig sein, sodass viele (angehende) Pflegefachkräfte das Angebot nutzen können.

Für die Pflegeschüler*innen des ersten bis dritten Ausbildungsjahres sollen die Angebote im Unterricht bzw. in zusätzlichen Berufsschulterminen und für die Berufsanfänger*innen nach Freistellung durch die Arbeitgeber jeweils im Rahmen von Modulen/Supervisionen unterbreitet werden. Wünschenswert wäre eine Akzeptanz bei den jeweiligen Arbeitgeber*innen, sodass diese den Nutzen des Projektes erkennen und ihre Mitarbeiter*innen für eine Teilnahme freistellen.

Im Rahmen des Programms 3GP soll zunächst anhand einer Belastungsanalyse geprüft werden, welche Stressoren in den verschiedenen Projektgruppen vorhanden sind und wie diesen begegnet werden kann.

Mögliche weitere Themen der einzelnen Module sind:

  • Erwartungen an den Beruf/die Rolle
  • Ethische Konflikte, auch Ausbildungsstand und Realität
  • Psychische Stärkung der Einzelnen, Befähigung zur Selbstreflexion, gesundheitsfördernde Verhaltensänderungen
  • Instrumente der Kommunikation und Gesprächsführung
  • Sensibilisierung für Teamprozesse und -probleme
  • Beratung zu privaten und/oder beruflichen Problemen (Vereinbarkeit von Familie und Beruf)

Auswirkungen

Das Projekt sowie die angebotenen Schulungen haben zu einer durchgehend positiven Einschätzung der Teilnehmenden und Trainerinnen geführt. Die Schüler*innen gaben vor allem positive Rückmeldungen bezüglich der vielen unterschiedliche Methoden, welche in einem geschützten Rahmen erprobt werden konnten. Sie sprechen sich dafür aus, dass auch die nächsten Ausbildungsjahrgänge von den Schulungen profitieren sollten. Auch die Lehrkräfte und weiteren Projekt-Beteiligten heben den hohen Gewinn für die Schüler*innen durch dieses Programm hervor. Im Projektzeitraum wurde festgestellt, dass die Schulungen über einen längeren Zeitraum erfolgen sollten. Um die Nachhaltigkeit und den Lernerfolg zu sichern, sollen deshalb wiederholende Schulungen (jedes Jahr während der dreijährigen Ausbildung) angeboten werden, um die erlernten Methoden zu festigen und den aktuellen Beanspruchungen anpassen zu können.

Laufzeit und Finanzierung

Laufzeit

Startdatum: 01.08.2018

Enddatum: 31.12.2019

Finanzierungsvolumen

73.000 €

 

 

Träger und beteiligte Akteure

Träger

  • Landkreis Peine
  • Landkreis Gifhorn

Weitere beteiligte Akteure

  • BBS1- Berufsbildende Schule Gifhorn
  • Krankenpflegeschule Helios Gifhorn
  • Oskar-Kämmer-Schule Gifhorn
  • Krankenpflegeschule Klinikum Peine
  • BBS - Berufsbildende Schule Peine

Ansprechpersonen

Anna Grohman

Landkreis Gifhorn


Allterstraße 21

38518 Gifhorn

Tel.: 05371 82711


E-Mail: anna.grohmann@gifhorn.de

Anke Bode

Landkreis Peine


Burgstraße 1

31224 Peine

Tel.: 05171 4019106


E-Mail: a.bode@landkreis-peine.de

Weiterführende Links

Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beiteiligten Gesundheitsregionen


Datum der letzten Bearbeitung: 10.01.2023


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