Ein Projekt der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim
Ziele des Projekts
Dialoggruppe
Ausgangslage
Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet jährlich ca. 1.000 Geburten. Im Jugendamt ist in den vergangenen Jahren ein Anstieg des Bedarfs an Unterstützung von Familien feststellbar. So hat sich im Rahmen der „Frühen Hilfen“ des Jugendamtes die Zahl der Familien, die eine Familienhebamme zur Seite gestellt bekommen, von 32 im Jahre 2009 auf 77 im Jahre 2019 erhöht. Einen hohen Anteil nehmen Familien aus unterschiedlichen Herkunftsländern ein (2009: 3; 2019: 29), was auch auf den verstärkten Zuzug in den vergangenen Jahren zurückzuführen ist. In der Pädiatrie der Euregio-Klinik werden sämtliche Patient*innen im Rahmen eines Assessments auf besondere Belastungen hin überprüft. Dadurch wird der Bedarf in Bezug auf bereits vor Aufnahme bestehende Grunderkrankungen, erhöhten Pflegebedarf und psychosoziale Belastungssituationen deutlich.
Vorgehen im Projekt
Babylots*innen nehmen frühzeitig und systematisch Kontakt zu Familien mit hohen psychosozialen Belastungen auf.
Ihre Aufgabe ist es, notwendige Leistungen zu klären und zu koordinieren. Darüber hinaus sollen sie die Familien motivieren, Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen. Im Sinne des Case Managements werden bei den Grafschafter Babylots*innen Aufgaben und Leistungen des Gesundheitssystems, der Sozialhilfe sowie der Jugendhilfe zusammengeführt. Dadurch werden unklare Strukturen und Dopplungen im Hilfesystem vermieden. Gleichzeitig werden unnötige Kosten und eine Verunsicherung der Familien vermieden. Die Unterstützung der Babylots*innen für Familien wird in der hochsensiblen und gleichzeitig hochriskanten Lebensphasen der Geburt geleistet. Sie helfen bei der Bewältigung von Alltagsproblemen sowie bei Erziehungsaufgaben. In Konflikten und Krisen stehen sie den betroffenen Familien zur Seite. Die Hilfe trägt aktiv zur Stabilisierung der Familien und des Kindeswohls bei. Babylots*innen leiten Familien mit Bedarfen an passgenaue Angebote aus den Frühen Hilfen und anderen sozialen Sicherungssystemen weiter. Die Arbeit der Babylotsen ist als Ergänzung bestehender Angebote zu verstehen und ersetzt nicht die Aufgaben und Funktionen bestehender Berufsgruppen und Dienste (u. a. Hebammen, Angebote der Frühen Hilfen, Kliniksozialdienste).
Auswirkungen
Durch das Projekt zeigten sich zahlreiche positive Effekte:
Laufzeit
Startdatum: 01.06.2020
Enddatum: 31.12.2021
Verstetigt seit: 2022
Finanzierungsvolumen
90.000 €
Träger
Landkreis Grafschaft Bentheim - Gesundheitsamt, Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim, Euregio-Klinik/Kinderklinik/Frauenklinik
Weitere beteiligte Akteure
Dr. Annegret Hölscher
Landkreis Grafschaft Bentheim
Am Bölt 27
48527 Nordhorn
Tel.: 05921 961867
E-Mail:
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beteiligten Gesundheitsregionen.
Datum der letzten Bearbeitung: 20.03.2023