Ein Projekt der Gesundheitsregion Peine
Ziele des Projekts
Dialoggruppe
Ausgangslage
Im Landkreis Peine haben soziale Unterschiede (negative) Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung. Je geringer der soziale Status, desto schlechter wird das gesundheitliche Wohlbefinden eingestuft. So schätzen 63 % der Frauen über 65 Jahre mit niedrigem Sozialstatus ihren Gesundheitszustand als mittelmäßig bis schlecht ein und nur 30 % der Frauen mit hohem Sozialstatus. Bei den Männern sind die Zahlen ähnlich (56 % zu 34 %). Diese Zahlen wirken sich weiter aus auf die Alltagsbewältigung und auf die durchschnittliche Lebenserwartung. So bewältigen 51 % der Frauen und 39 % der Männer mit niedrigem Sozialstatus ihren Alltag schlechter als Menschen mit hohem Sozialstatus (24 % Frauen, 19 % Männer). Auch die Präventions- und Vorsorgeangebote werden je nach Sozialstatus unterschiedlich genutzt. Das verstärkt wiederum die gesundheitliche Ungleichheit.
Vorgehen im Projekt
Für die genannten Zielgruppen werden verschiedene Veranstaltungsformate entwickelt: Vortrag, Halbtagsseminar/Workshop, Tagesseminar/Workshop und Bildungsurlaub. Inhalte der Angebote sind Informationen zu den Themen Pflege, Verwitwung und Vorruhestand, die in geeigneter Weise vermittelt werden. Ziel ist, ganzheitlich, systematisch und unter Berücksichtigung der eigenen Biografie auf das jeweilige Leben zu schauen. Die Salutogenesefähigkeit, die Fähigkeit, Belastungen konkret benennen zu können und das Kennenlernen und Erproben von Möglichkeiten der Entlastung (z. B. kognitive Umstrukturierung, Perspektivwechsel, Krisenstrategien, Spirale der Sorge, „sicherer Ort“, Rollenklärung (erkennen und akzeptieren der eigenen Rolle, Aufgaben abgeben, sich abgrenzen), Arbeit an der eigenen Biografie, „Herzensangelegenheiten“ erkennen und zur persönlichen Stärkung nutzen) werden unterstützt.
Im Projekt „Herzenssprechstunde“ werden Menschen auf unterschiedlichen Ebenen und mit ihren Sinnen (sehen, hören, fühlen, schmecken) angesprochen, um sich an Dinge aus der Vergangenheit (wieder) zu erinnern. Durch diese Erinnerungsarbeit kann es gelingen, längst verloren geglaubte Ressourcen wiederzuentdecken und aktiv in den Alltag einzubeziehen. Bewegungsangebote und Gedächtnistraining finden statt.
Ehrenamtliches Engagement wird gefördert und gerahmt. So kann z. B. die Herzenssprechstunde ein Instrument sein, neue Wege in der Seniorenarbeit zu beschreiten, indem temporäre und frei organisierte Engagementformen ermöglicht und der „neuen“ Generation von Älteren ein vom klassischen Seniorenkreis abweichendes Angebot gemacht wird.
Auswirkungen
Die Menschen, die an den Angeboten teilnehmen, zeigen sich selbstsicherer in Bezug auf soziale Kontakte und im Zugang zu anderen Menschen. Bei den Herzenssprechstunden haben sich Gruppen gebildet, die sich weiter zu Verabredungen treffen (Vermeidung bzw. Reduzierung von Einsamkeit). Durch die Nutzungsschulung „Rollator“ wurde der Umgang mit dem Hilfsmittel sicherer und es erfolgte eine Bewegungsförderung auch außerhalb der eigenen Wohnung.
Laufzeit
Startdatum: 01.06.2021
Enddatum: 31.12.2022
Verstetigt seit: 01.01.2023
Finanzierungsvolumen
16.304,20 €
Träger
Landkreis Peine
Weitere beteiligte Akteure
Claudia Brasse
Landkreis Peine
Maschweg 21
31224 Peine
Tel.: 05171 4017169
E-Mail: c.brasse@landkreis-peine.de
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beiteiligten Gesundheitsregionen
Datum der letzten Bearbeitung: 10.01.2023