Hedi I - Hebammenversorgung digital unterstützt

Hedi II + III  - Schwangerenversorgung digital koordiniert

Ein Projekt der Gesundheitsregion Göttingen / Südniedersachsen

Ziele und Dialoggruppe

Ziele des Projekts

  • Verbesserung und die Sicherung des Zugangs zu Hebammenleistungen in ländlichen Regionen
  • Vereinfachter Zugang über eine kostenlose Plattform zu mehrsprachigen, multimedialen Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett sowie schnellen Zugang zu regionalen Hilfsangeboten
  • Arbeitsentlastung von Hebammen durch digitale Koordination der Betreuungen sowie des An- und Absageprozesses und einem sicheren Messenger

Dialoggruppe

  • Schwangere und Wöchnerinnen
  • Frauen in sozial benachteiligten Lagen, in Regionen mit schwacher Anbindung an den ÖPVN und Frauen mit Sprachbarrieren bzw. kulturellen Disparitäten
  • Weitere Akteure im Bereich der Schwangerenversorgung wie bspw. die Frühen Hilfen und Ärzt*innen

Maßnahmen und Auswirkungen

Ausgangslage

Gerade in ländlichen Räumen sind die Begleitung und Versorgung von Schwangeren und Wöchnerinnen durch Hebammen häufig nicht mehr in ausreichendem Maße möglich. Durch lange Anfahrtswege wird die effektive Arbeitszeit der praktizierenden Hebammen reduziert und steht nicht für die Betreuung von Mutter und Kind zur Verfügung. Aus der Netzwerkarbeit der Frühen Hilfen ist bekannt, dass nicht alle Frauen Hebammen vor der Geburt haben und insbesondere Frauen, die kurzfristig suchen, teilweise keine Betreuung mehr finden. Auch gibt es Regionen wie z. B. Bad Gandersheim/Kalefeld, in denen die Versorgung kaum noch flächendeckend umgesetzt werden kann. Für den Bereich Göttingen sind fast 50 % der Hebammen bereits über 50 Jahre alt und werden in absehbarer Zeit aus dem Beruf ausscheiden. Zudem fehlen insbesondere für vulnerable Gruppen und Menschen mit Sprachbarrieren gesicherte und leicht verständliche und mehrsprachige Informationen rund um die Schwangerschaft.

Vorgehen im Projekt

Basis für den Entwicklungsprozess der Plattform sind Workshops und Interviews, welche gemeinsam mit Hebammen, medizinischem Fachpersonal aus der Gynäkologie und Pädiatrie, Mitarbeitenden von Beratungsstellen und Behörden sowie Schwangeren und jungen Familien gestaltet werden. In diesem co-kreativen Prozess wird auf die Probleme, Wünsche und Bedarfe der unterschiedlichen Gruppen eingegangen. Der Prozess der Entwicklung wird zudem durch einen interprofessionellen Qualitätszirkel (QZ) mit permanenten Feedbackmöglichkeiten fortlaufend begleitet. Eine wissenschaftliche Evaluierung des Projekts erfolgt durch das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI). Aufgrund der Komplexität des Gesamtkonzepts ist das Projekt in drei Teilprojekte aufgeteilt, die nacheinander entwickelt werden. HEDI I bündelt die wichtigsten Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit danach. Die über 160 in eigener Redaktion erstellten Artikel werden durch den QZ und bei rechtlichen Fragen durch ein externes Fachlektorat geprüft in bisher fünf Sprachen übersetzt und sind mit über 330 Kontaktadressen von Beratungsstellen, Behörden und Praxen von Ärzt*innen in Südniedersachsen verknüpft. HEDI II und III umfassen den DSGVO konformen Messenger und die Hebammensuche und -koordination. Nach der Erstellung eines persönlichen Profils ist es Schwangeren möglich, eine Hebamme zu suchen. Durch die Angabe der Entfernung und der gesuchten Leistung ist es der Hebamme möglich, einen schnellen Überblick über die Anfragen zu erhalten. Durch den Messenger sind kurze Absprachen sowie Konsultationen durchführbar. Durch den vereinfachten An- und Absageprozess sowie durch die Koordination nach Entfernung, angebotenen Leistungen und Sprachen werden Hebammen in ihrer alltäglichen Planung unterstützt und haben durch den geringeren Organisationsaufwand und die kürzeren Wegezeiten mehr Zeit für die Betreuung. Hierdurch leistet HEDI einen Beitrag zu einer effizienteren Nutzung der Arbeitszeit. 

Auswirkungen

Dadurch, dass das Projekt noch nicht vollständig abgeschlossen ist, können keine endgültigen Endergebnisse vermeldet werden. Doch im Austausch mit dem QZ, Hebammen in der Region, Mitarbeiter*innen von Beratungsstellen kann bereits konstatiert werden, dass die nach der Veröffentlichung von HEDI I öffentlich zugänglichen mehrsprachigen Informationen eine Arbeitserleichterung für die Hebammen und Beratungsstellen darstellen. Sich abzeichnende Kooperationen mit weiteren Landkreisen und Anfragen aus weiteren Bundesländern zeigen den Bedarf an einer digitalen Hilfe für Hebammen zur Sicherung der Daseinsvorsorge in ländlichen Regionen. Sie zeigen auch eine positive Prognose hinsichtlich der Verstetigung des Projektes an.

Laufzeit und Finanzierung

Laufzeit


Startdatum:  01.06.2019 (HEDI I) bzw. 01.01.2020 (HEDI II + III)


Enddatum: 31.12.2020 (HEDI I) bzw. 30.09.2020 (HEDI II + III)

Finanzierungsvolumen


748.747 €

 

Träger und beteiligte Akteure

Träger

Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen

Weitere beteiligte Akteure

aidminutes GmbH

Ansprechpersonen

Dr. Corinna Morys-Wortmann

Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen e.V.


Bahnhofsallee 1b

37081 Göttingen

Tel.: 0551 54743291


E-Mail:

corinna.morys-wortmann@gesundheitsregiongoettingen.de

Boran Burchhardt

aidminutes GmbH


Rentzelstraße 36-40

20416 Hamburg

Tel.: 040 20917914


E-Mail:

bburchhardt@aidminutes.com

Weiterführende Links

Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beteiligten Gesundheitsregionen


Datum der letzten Bearbeitung: 08.02.2023


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