Hebammenzentrale Stadt Delmenhorst / Oldenburg Land

Ein Projekt der Gesundheitsregion Delmenhorst und Oldenburg (Landkreis)

Ziele und Dialoggruppe

Ziele des Projekts

  • Ansprechpartner*innen für Schwangere auf der Suche nach einer Hebamme (Hebammenmangel) und Vermittlung an Hebammen im Netzwerk der Hebammenzentrale
  • Errichtung eines Hebammennetzwerkes, Fortbildung der Hebammen, Organisation von Vertretungen z.B. in Urlaubszeiten, Austausch mit anderen Hebammenzentralen, Mitarbeit an übergeordneten Netzwerken
  • Evaluation und Dokumentation der Vermittlungen und Lücken im Einzugsgebiet zur Information zur Kontaktaufnahme durch die Schwangeren (Erreichbarkeit), Vernetzung von Vor- und Nachsorge

Dialoggruppe

  • Schwangere auf der Suche nach einer Hebamme, vor allem mit besonderen Herausforderungen wie sprachliche Schwierigkeiten (Migrationshintergrund) und mangelnde soziale Kompetenzen
  • Hebammen, die bei ihrer selbstständigen Arbeit nun auf ein Netzwerk zurückgreifen können (Vertretungen, Fortbildungen, Austausch)
  • Gewinnung von ausgeschiedenen Hebammen in Teilzeit durch kollegiale Motivation und Begleitung

Maßnahmen und Auswirkungen

Ausgangslage

Der Mangel an Hebammen und die Schwierigkeiten vieler Schwangeren, vor allem mit besonderen Belastungen, Zugang zu selbstständigen Hebammen zu bekommen, führten zu einer Linderung durch die Gründung der Hebammenzentrale (Verwalten des Mangels). Ausgangspunkt war eine politische Initiative des Landkreises Oldenburg, auf die die beiden Gesundheitsregionen als Vermittler reagierten. Wichtige Aspekte sind die Beratung durch eine Kollegin (Hebamme), die von den oft isoliert arbeitenden Kolleginnen geschätzt wird und die durch die Fachkompetenz mögliche Kriseninterventionen bei Problemgruppen anleitet. Dies kann durch fachfremde Berufsgruppen und digitale Lösungen allein weniger geleistet werden. Ein zusätzlicher Vorteil ist die interdisziplinäre Kooperation mit dem DIG, was eine wissenschaftliche Evaluation durch Erheben und Auswerten von Vermittlungsaktivitäten, -problemen und Verbesserungsansätzen möglich macht sowie die Integration von ländlichen und städtischen Strukturen erlaubt.

Vorgehen im Projekt

Die Hebammenzentrale Delmenhorst/Oldenburg-Land ist mit Hebammen mit 19,5 Wochenstunden besetzt, seit dem 01.04.2022 ist das Zeitkontingent auf 29,5 Wochenstunden erhöht, da der anfängliche Stundenumfang nicht ausreichend war.

Die Hauptaufgaben der Hebammen liegen u. a. in:

  • der fortlaufenden Akquise von Hebammen,
  • der Betreuung der Hebammen bei der Nutzung der Software,
  • der Weiterentwicklung der Hebammenzentrale Delmenhorst/Oldenburg-Land,
  • der Beratung von Schwangeren vor allem in akuten Krisen (auch Coronabedingt),
  • der Beratung von Wöchnerinnen,
  • der Vermittlung von Hebammen und Kursen,
  • der Netzwerkarbeit zwischen den Hebammen in der Stadt Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg; inklusive der Organisation von Fortbildungsveranstaltungen für diese
  • der Betreuung und Pflege der Software,

Die Hebammen werden durch eine 450,00€-Kraft des Koordinators unterstützt. Der Koordinator selbst unterstützt die Zentrale als Eigenleistung einschließlich der Evaluation gemeinsam mit beiden Gesundheitsregionen (Vermerk: Die Besetzung ist auch mit Entbindungshelfern möglich, bislang ist noch kein männlicher Mitarbeiter tätig)

Auswirkungen

Die Hebammenzentrale hat durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Zielgruppen einen hohen Bekanntheitsgrad. Dieses auch durch die Kontakte zu Frauenärzt*innen, die ihre Patientinnen auf diese hinweisen (was verbesserungswürdig ist). Auf der sehr schwierigen Suche nach einer Hebamme zeigt sich die große Erleichterung, in dieser besonderen Lebenssituation in einen Anlaufpunkt zur Verfügung zu haben. Dies war in Zeiten der Pandemie extrem feststellbar und auch für die Kolleginnen eine große Hilfe. Auch die direkte Kriseninterventionen – obwohl nicht das eigentliche Ziel der Hebammenzentralen – ist aufgrund der Fachkompetenz der Kollegin unschätzbar und scheint zuzunehmen. Dies könnte ein Zwischenschritt in Richtung innovativer Versorgungsmodelle wie einer ununterbrochenen Versorgungskette rund um die Geburt (caseload midwifery) sein. Das Projekt ist sowohl von Seiten der Stadt Delmenhorst als auch vom Landkreis Oldenburg als wichtiger Bestandteil der kommunalen Gesundheitsversorgung anerkannt.

Laufzeit und Finanzierung

Laufzeit

Startdatum: 01.04.2019, Start der eigentlichen Projektarbeit 01.06.2019


Verstetigt seit: 01.04.2021

Finanzierungsvolumen

41.933 €

Träger und beteiligte Akteure

Träger

Finanzielle Trägerschaft: Landkreis Oldenburg und Stadt Delmenhorst



Projektkoordination: Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung (DIG)

Ansprechpersonen

Dr. Johann Böhmann

Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung (DIG)


Fabrikhof 2c

27749 Delmenhorst

Tel.: 04221 9813833


E-Mail: info@D-i-g.de

Martina Plagge

Landkreis Oldenburg



Delmenhorster Straße 6

27793 Wildeshausen

Tel.: 04431 85517


E-Mail: Martina.Plagge@oldenburg-kreis.de

Weiterführende Links

Projektwebseite


Projektwebsite

Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beiteiligten Gesundheitsregionen


Datum der letzten Bearbeitung: 10.01.2023


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