Ein Projekt der Gesundheitsregion Delmenhorst und Oldenburg (Landkreis)
Ziele des Projekts
Dialoggruppe
Ausgangslage
Der Mangel an Hebammen und die Schwierigkeiten vieler Schwangeren, vor allem mit besonderen Belastungen, Zugang zu selbstständigen Hebammen zu bekommen, führten zu einer Linderung durch die Gründung der Hebammenzentrale (Verwalten des Mangels). Ausgangspunkt war eine politische Initiative des Landkreises Oldenburg, auf die die beiden Gesundheitsregionen als Vermittler reagierten. Wichtige Aspekte sind die Beratung durch eine Kollegin (Hebamme), die von den oft isoliert arbeitenden Kolleginnen geschätzt wird und die durch die Fachkompetenz mögliche Kriseninterventionen bei Problemgruppen anleitet. Dies kann durch fachfremde Berufsgruppen und digitale Lösungen allein weniger geleistet werden. Ein zusätzlicher Vorteil ist die interdisziplinäre Kooperation mit dem DIG, was eine wissenschaftliche Evaluation durch Erheben und Auswerten von Vermittlungsaktivitäten, -problemen und Verbesserungsansätzen möglich macht sowie die Integration von ländlichen und städtischen Strukturen erlaubt.
Vorgehen im Projekt
Die Hebammenzentrale Delmenhorst/Oldenburg-Land ist mit Hebammen mit 19,5 Wochenstunden besetzt, seit dem 01.04.2022 ist das Zeitkontingent auf 29,5 Wochenstunden erhöht, da der anfängliche Stundenumfang nicht ausreichend war.
Die Hauptaufgaben der Hebammen liegen u. a. in:
Die Hebammen werden durch eine 450,00€-Kraft des Koordinators unterstützt. Der Koordinator selbst unterstützt die Zentrale als Eigenleistung einschließlich der Evaluation gemeinsam mit beiden Gesundheitsregionen (Vermerk: Die Besetzung ist auch mit Entbindungshelfern möglich, bislang ist noch kein männlicher Mitarbeiter tätig)
Auswirkungen
Die Hebammenzentrale hat durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Zielgruppen einen hohen Bekanntheitsgrad. Dieses auch durch die Kontakte zu Frauenärzt*innen, die ihre Patientinnen auf diese hinweisen (was verbesserungswürdig ist). Auf der sehr schwierigen Suche nach einer Hebamme zeigt sich die große Erleichterung, in dieser besonderen Lebenssituation in einen Anlaufpunkt zur Verfügung zu haben. Dies war in Zeiten der Pandemie extrem feststellbar und auch für die Kolleginnen eine große Hilfe. Auch die direkte Kriseninterventionen – obwohl nicht das eigentliche Ziel der Hebammenzentralen – ist aufgrund der Fachkompetenz der Kollegin unschätzbar und scheint zuzunehmen. Dies könnte ein Zwischenschritt in Richtung innovativer Versorgungsmodelle wie einer ununterbrochenen Versorgungskette rund um die Geburt (caseload midwifery) sein. Das Projekt ist sowohl von Seiten der Stadt Delmenhorst als auch vom Landkreis Oldenburg als wichtiger Bestandteil der kommunalen Gesundheitsversorgung anerkannt.
Laufzeit
Startdatum: 01.04.2019, Start der eigentlichen Projektarbeit 01.06.2019
Verstetigt seit: 01.04.2021
Finanzierungsvolumen
41.933 €
Träger
Finanzielle Trägerschaft: Landkreis Oldenburg und Stadt Delmenhorst
Projektkoordination: Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung (DIG)
Dr. Johann Böhmann
Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung (DIG)
Fabrikhof 2c
27749 Delmenhorst
Tel.: 04221 9813833
E-Mail: info@D-i-g.de
Martina Plagge
Landkreis Oldenburg
Delmenhorster Straße 6
27793 Wildeshausen
Tel.: 04431 85517
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beiteiligten Gesundheitsregionen
Datum der letzten Bearbeitung: 10.01.2023