Ein Projekt der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim
Ziele des Projekts
Dialoggruppe
Ausgangslage
Im Landkreis Grafschaft Bentheim droht, wie in mehreren ländlichen Regionen, in naher Zukunft ein Hausärzt*innen-/ Ärztemangel, da viele praktizierende Ärzt*innen in Rente gehen.
Es gab im Rahmen des Landkreises und der Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim einige Workshops, Seminare, kommunale (z. B. Bürgermeistertreffen) und politische Treffen, um diese Problematik lösungsorientiert anzugehen. Hierbei wurde festgestellt, dass finanzielle Anreize wichtig sind, aber auch erschöpfend sein können. Es sollte auf die Bedürfnisse der angehenden Ärzt*innen eingegangen werden. Der Fokus sollte neben den finanziellen Förderungen ebenso auf der positiven Bewerbung des hausärztlichen Berufes liegen sowie auf der Unterstützung neu niedergelassener Ärzt*innen bei administrativen Aufgaben in der Praxis. Zudem zeigte sich, dass potenzielle Bewerber*innen attraktive Wohn- und Bildungsangebote für Familien, Freizeit- und Kulturprogramme wichtig finden. Damit beschäftigen sich jetzt Arbeitsgruppen.
Vorgehen im Projekt
Der Landkreis möchte zu einer optimalen medizinischen Versorgung in der Region beitragen. Herzstück dieses Ziels ist ein attraktives Förderprogramm für Student*innen der Humanmedizin und für Mediziner*innen, die mit dem Gedanken spielen, in die Grafschaft Bentheim zu ziehen. Der Landkreis bemüht sich, durch attraktive Leistungen die Region interessanter zu machen, um Medizinstudent*innen und Ärzt*innen für die Grafschaft zu gewinnen. Ergänzend fördert die Kassenärztliche Vereinigung aktuell dringend zu besetzende Kassenarztsitze aus einem Strukturfond. Dazu schreibt sie jährlich die Fördergebiete aus. Den Antragsteller*innen wird ein Investitionskostenzuschuss von bis zu 60.000 € gewährt. Gefördert werden Aufwendungen (Investitionskosten), die mit dem Erwerb und der Ausstattung einer Praxis oder der Anstellung eine*r Ärzt*in zusammenhängen. Bei Zweigpraxen beträgt der Zuschuss bis zu 30.000 €. Besteht für die Regionen Unterversorgung, drohende Unterversorgung oder ein zusätzlicher lokaler Versorgungsbedarf, erfolgt eine Niederlassungsförderung in Form eines Investitionskostenzuschusses in Höhe von maximal 75.000 €.
Leistungen für Student*innen der Humanmedizin:
Auswirkungen
Die bisherigen Aktivitäten der Grafschaft Bentheim werden vermutlich dazu beitragen, die Anzahl der niedergelassenen Hausärzt*innen stabil zu halten. Neben bisher meist finanziellen Anreizen (Anschubfinanzierung eines Ärztehauses, Förderung der Modernisierung der Praxisausstattung) der potenziellen Nachfolger*innen wurde jetzt auch auf Netzwerkarbeit (ärztliche Pat*innen) und Einladungen zu Veranstaltungen Wert gelegt, z. B. Aktionen wie „Raus aufs Land“ des Grafschafter Ärztenetzes.
In der Grafschaft Bentheim gibt es eine Fachkräfte-Servicestelle, die potenziellen Bewerber*innen bei der Wohnungssuche, bei der Sichtung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten, bei der Jobsuche für die/den Lebenspartner*in sowie der Sammlung von Informationen zur Region und zu Freizeit- und Kulturangeboten unterstützt. Auch die Wirtschaftsförderung im Landkreis Grafschaft Bentheim wirbt mit vielen Kampagnen für Fachkräftegewinnung in allen Bereichen.
Laufzeit
Startdatum: 2016
Verstetigt seit: 2020
Träger
Weitere beteiligte Akteure
Dr. Annegret Hölscher, Gerd Vogelsang
Landkreis Grafschaft Bentheim
Am Bölt 27
48527 Nordhorn
Tel.: 05921 961867/05921 961859
E-Mail:
annegret.hoelscher@grafschaft.de
Gert Lödden
Landkreis Grafschaft Bentheim
Stadtring 9 - 15
48527 Nordhorn
Tel.: 05921 966501
E-Mail:
Weitere Inhalte
Presseartikel: „Grafschafter Ärztenetz blickt mit Sorge auf die Feiertage (gn-online.de)
Presseartikel: „Mal eben zum Hausarzt? Das könnte bald schwierig werden“ (gn-online.de)
Presseartikel: „Ärztemangel: Mediziner machen Ministerin Druck“ (gn-online.de)
Presseartikel: „So will die Gesundheitsregion die Grafschaft gesünder machen“ (gn-online.de)
Presseartikel: „Landfrauen fordern mehr Ärzte für die Region“ (gn-online.de)
Presseartikel: „Ärzte-Nachwuchs: „Raus aufs Land“ ist Herzensentscheidung“ (gn-online.de)
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beteiligten Gesundheitsregionen.
Datum der letzten Bearbeitung: 20.03.2023