Ein Projekt der Gesundheitsregion Göttingen / Südniedersachsen
Ziele des Projekts
Dialoggruppe
Ausgangslage
Regelmäßiger Bewegung kommt im Rahmen eines gesundheitsförderlichen Lebensstils eine große Bedeutung zu. Für Schulkinder und Jugendliche werden mindestens 90 Minuten tägliche Bewegung empfohlen, wobei 60 Minuten davon über Alltagsaktivitäten abgedeckt werden können. Ein hoher Anteil der Kinder mit Behinderungen erreicht diese Empfehlungen jedoch nicht. Im Vergleich zu Gleichaltrigen mit normaler Entwicklung sind Kinder mit Behinderungen viel weniger körperlich aktiv, neigen mehr zu sitzenden Tätigkeiten und haben ein drei- bis sechsmal höheres Risiko für Fettleibigkeit (Neter et al., 2011). Ein Beitrag zur Erhöhung der täglichen Bewegungsförderung kann über das Setting Schule erfolgen, da hier alle Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter erreicht werden. Ausgangsüberlegung ist, ein Konzept zu etablieren, welches bei der Bewegungsförderung auf niedrigschwelliger Ebene ansetzt und flexibel im Schulalltag von Lehrkräften auch ohne spezifische Vorkenntnisse durchführbar ist.
Vorgehen im Projekt
Zu Beginn des Projektes werden Hospitationen in den Piloteinrichtungen durchgeführt, um das Setting und alle beteiligen Personen kennenzulernen. Dabei wird auf den alltäglichen Ablauf in den Schulen und Einrichtungen geachtet. Weiterhin werden erste informelle Gespräche mit den Lehrkräften geführt, um ein Stimmungsbild für das Projekt zu generieren. Anschließend erfolgt eine leitfadengestützte Befragung der Lehrkräfte, um den Bedarf abzufragen. Dadurch kann inhaltlich festgelegt werden, welche Art von Bewegungsimpulsen gewünscht wird (Umfang, Sozialform, Variationsmöglichkeiten, Dauer, Komplexität). Auf Grundlage der leitfadengestützten Befragung erfolgt eine Arbeitsphase mit der Erarbeitung von sechs Bewegungsimpulsen. Diese Bewegungsimpulse werden dann in den Piloteinrichtungen getestet und durch eine Evaluation (Smiley-Befragung der Schüler*innen und Fragebögen der durchführenden Personen) begleitet. Weiterhin werden die Bewegungsimpulse grafisch und methodisch in Form von Bildkarten und Videos aufbereitet und den Schulen als erster Prototyp von LuckyMotion zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wird durch ein Schüler*innen-Projekt an einer berufsbildenden Schule in Göttingen ein Logo und Corporate Design für das Projekt entwickelt, auf das die Impulse folglich übertragen werden. Weiterhin gibt es regelmäßige telefonische Gespräche mit den Schulleitungen über die Durchführung des Projektes. Aufbauend auf der Testphase der ersten Bewegungsimpulse und den Feedbackgesprächen werden weitere Impulse entwickelt und den Schulen/Einrichtungen erneut zum Testen zur Verfügung gestellt. Bis zum Ende der Laufzeit soll der Methodenkoffer LuckyMotion (digital/analog) als bestehendes Werkzeug für alle Einrichtungen zur Verfügung stehen.
Auswirkungen
Die Schüler*innen werden von den Lehrkräften nach Durchführung der Bewegungsimpulse als wacher und agiler beschrieben. Sie kommen infolgedessen in eine konzentriertere und aktivere Arbeitsphase und können die ihnen gestellten Aufgaben umsetzen. Weiterhin zeigt sich ein positiver Effekt im sozialen Zusammenhalt der Klasse. Das Gemeinschaftsgefühl wird durch die gemeinsame Bewegung gestärkt. Die Schüler*innen sind sehr offen den Bewegungsimpulsen gegenüber und das Mitmachen bereitet ihnen Freude. Auch den Lehrkräften bereitet das Anleiten der Übungen Freude, sie fühlen sich sicher im Umgang mit den Impulsen und sehen den Nutzen des Projektes vor allem dann, wenn die Schüler*innen Freude an der Durchführung von LuckyMotion haben und eigene Erfolge erleben können (Selbstwirksamkeit der Schüler*innen). So führt das Projekt zu einer Auflockerung des Schulalltags und schafft eine gute Lernatmosphäre.
Berücksichtigt werden sollte bei der Auswahl der Bewegungsimpulse, dass alle Schüler*innen teilnehmen können. Außerdem sind die (räumlichen) Gegebenheiten der Schule/Einrichtung, wie beispielsweise geringer Platz oder die fehlende Möglichkeit zur Nutzung von technischer Unterstützung (z. B. dem Abspielen von Videos) zu beachten. Weiterhin stärkt das gemeinsame Durchführung von LuckyMotion die Beziehung zwischen Schüler*innen und Lehrkräften - vor allem wenn die Anleitung durch die Klassenlehrkraft erfolgt.
Laufzeit
Startdatum: 01.04.2021
Enddatum: 31.12.2022
Verstetigt seit: Verstetigung geplant
Finanzierungsvolumen
100.000 €
Träger
Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen
Weitere beteiligte Akteure
Dr. Corinna Morys-Wortmann
Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen
Bahnhofsallee 1b
37081 Göttingen
Tel.: 0551 54743291
E-Mail:
Laura Klocker
Gesundheitsregion
Göttingen/Südniedersachsen
Bahnhofsallee 1b
37081 Göttingen
Tel.: 0551 54743293
E-Mail:
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beteiligten Gesundheitsregionen
Datum der letzten Bearbeitung: 08.02.2023