MRE-Netzwerk Landkreis Emsland

Ein Projekt der Gesundheitsregion Emsland

Ziele und Dialoggruppe

Ziele des Projekts

  • Reduzierung der Ausbreitung und Übertragung von multiresistenten Erregern
  • Erhalt der Wirksamkeit von antimikrobiellen Medikamenten

Dialoggruppe

  • Gesundheitsversorgung: Krankenhäuser/Pflegeheime/niedergelassene Ärzt*innen
  • Patient*innen

Maßnahmen und Auswirkungen

Ausgangslage

Infektionen mit resistenten Erregern (MRE) haben eine schlechtere Prognose als Infektionen mit sensiblen Erregern (eingeschränkte Therapieoptionen, i. d. R. verzögerter Beginn adäquater Therapie). Bereits in den 1990er Jahren erkannte man in Deutschland einen Anstieg von resistenten Erregern, zunächst bei Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus Isolaten (MRSA). Zur besseren Umsetzung der Empfehlungen zum Umgang damit wurde die Etablierung von regionalen Netzwerken, koordiniert durch den ÖGD, beschlossen. Seitdem wurden in Anpassung an die Lage die Aktivitäten auf weitere wichtige multiresistente Erreger, wie Multiresistente gramnegative Erreger und Vancomycin-resistente Enterokokken, erweitert.

Unsachgemäßer und übermäßiger Antibiotikaverbrauch fördert die Entstehung und Verbreitung von Resistenzen. Im Westen von Niedersachsen, also auch im Emsland, werden mehr Antibiotika verschrieben als in anderen Teilen von Deutschland.

Vorgehen im Projekt

Das Netzwerk im Landkreis Emsland wurde 2011 gegründet. Durch den Zusammenschluss von regionalen Leistungserbringern, Kostenträgern und dem ÖGD sollen Maßnahmen zur Reduzierung der Übertragung sowie die Etablierung von Antibiotic Stewardship gegen die MRE-Ausbreitung zielgerichtet erarbeitet und konsequent umgesetzt werden, um so die die Krankheitslast durch MRE zu senken.

Das Einbinden aller Akteure und der regelmäßige Austausch ist hierfür entscheidend. Dazu werden ein bis zwei Mal im Jahr „runde Tische“ ausgerichtet. Dies dient dazu die Kommunikation an den Schnittstellen zu verbessern.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt liegt bei der Verhinderung von Übertragungen von MRE in Einrichtungen des Gesundheitswesens durch verbesserte Hygiene. Hierzu wurden im Verbund mit dem EurHealth-1Health Projekt Hygiene- und Transparenzsiegel in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen durchgeführt, im Rahmen derer z. B. einheitliche Standards erarbeitet und umgesetzt wurden und die Umsetzung von nationalen Vorgaben überprüft wurde.

Als jüngstes Teilprojekt wurde die Antibiotikaverschreibung im niedergelassenen Bereich in den Fokus genommen. In diesem Sektor werden die meisten Antibiotika verschrieben. Es ist auch aus anderen Netzwerken bekannt, dass die Gruppe der niedergelassenen Ärzt*innen schwer zu erreichen ist. Deswegen wurde ein Projekt gestartet, bei dem allen Haus- und Kinderärzt*innen sowie relevanten Facharztgruppen wie Gynäkolog*innen und HNO-Ärzt*innen Aufklärungsflyer für ihre Patient*innen zur Verfügung gestellt wurden, die über dieses Problem aufklären (beigelegt).

Auswirkungen

In den Krankenhäusern und Pflegeheimen konnten einheitlichere Standards etabliert werden und die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen ebenso wie die Zusammenarbeit mit dem ÖGD konnten verbessert werden. Für MRSA ist ein deutlicher Rückgang bundesweit und auch im Emsland zu verzeichnen. Surveillance- und Antibiotic Stewardship-Strukturen in den Krankenhäusern konnten in den letzten Jahren verbessert werden.

Auswirkungen der Antibiotika Kampagne können zu diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden.

Laufzeit und Finanzierung

Laufzeit

Startdatum: 2011


Verstetigt seit: verstetigt

Träger und beteiligte Akteure

Träger

Landkreis Emsland

Weitere beteiligte Akteure

  • Verantwortliche aus den Krankenhäusern und Pflegeheimen im Landkreis Emsland
  • niedergelassene Ärzt*innen und Apotheken


Kooperation mit anderen Netzwerken in Niedersachsen, dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt und dem euregionalen EurHealth-1Health Projekt

Ansprechpersonen

Dr. Jennifer Sünnemann

Landkreis Emsland


Ordeniederung 1
49716 Meppen

Tel.: 05931 444032


E-Mail: jennifer.suennemann@emsland.de

Inga Abeln

Landkreis Emsland


Ordeniederung 1
49716 Meppen

Tel.: 05931 447614


E-Mail: inga.abeln@emsland.de

Weiterführende Links

Projektwebseite


Projektwebsite

Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beiteiligten Gesundheitsregionen


Datum der letzten Bearbeitung: 10.01.2023


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