Ein Projekt der Gesundheitsregion Rotenburg (Wümme)
Ziele des Projekts
Dialoggruppe
Ausgangslage
Um das Wissen von Migrant*innen über Gesundheit und die Nutzung des deutschen Gesundheitsdienstes zu verbessern, wurde 2003 das Projekt „MiMi – Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Deutschland“ vom Ethno-Medizinischen Zentrum e. V. entwickelt. Das MiMi-Projekt basiert auf dem Interkulturellen Setting-Ansatz, d. h. in einem ersten Schritt werden erfolgreich integrierte, engagierte Migrant*innen zu interkulturellen Gesundheitslots*innen ausgebildet. Nach dieser Ausbildung führen die Mediator*innen selbstständig Informationsveranstaltungen durch, indem sie ihre Dialoggruppen, möglichst in deren jeweiligen Lebensräumen aufsuchen und die Informationen zu Gesundheitsförderung und Prävention kultursensibel und in der jeweiligen Muttersprache vermitteln.
Vorgehen im Projekt
In einem ersten Schritt lädt der Landkreis über eine Pressemeldung zu einer Informationsveranstaltung über das Projekt ein. Zusätzlich werden gut integrierte Menschen mit Migrationshintergrund durch direkte Ansprache über die Fachstelle Migration und Teilhabe für das Projekt gewonnen. Im Anschluss werden insgesamt 21 Gesundheitsmediator*innen durch Fachleute aus dem Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum in einem 50h-Kurs geschult. Neben dem Aufbau des deutschen Gesundheitssystems geht es dabei um Themen wie „Seelische Gesundheit“, „Alter, Pflege und Gesundheit“, „Kindergesundheit“, „Diabetes“, „Ernährung und Bewegung“, „Impfschutz“ sowie „Schwangerschaft und Familienplanung“. Nach der kostenlosen Schulung sind die Mediator*innen in der Lage, eigenständig oder im Tandem eigene Informationsveranstaltungen durchzuführen, die vergütet werden und mit denen sie viele weitere Menschen mit Migrationshintergrund erreichen können.
Auswirkungen
In den Jahren 2018 und 2019 können die Mediator*innen über 30 muttersprachliche Informationsveranstaltungen durchführen und circa 400 Menschen mit Migrationshintergrund in den Gesundheitsthemen schulen und ihnen dadurch zu mehr Chancengleichheit im Hinblick auf die Inanspruchnahme wichtiger Leistungen im deutschen Gesundheitssystem verhelfen.
Die Teilnehmenden sind in der Regel sehr dankbar, in ihrer Muttersprache geschult zu werden, da sie so weniger Berührungsängste, auch bei teils tabuisierten Themen (z. B. Verhütung), hatten. Sie zeigen sich oftmals sehr offen und es ergaben sich gute Diskussionen innerhalb der Gruppenschulungen.
Zusammengefasst entsteht der Eindruck, dass insbesondere auch islamische Frauen gut erreicht werden, was sonst angesichts der bestehenden Geschlechterrollen und Sprachbarrieren erschwert sein kann.
Das Ziel, die Förderung von Gesundheitskompetenz, gesunden Lebensweisen und präventivem Handeln bei Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern, kann erreicht werden, auch wenn die Messbarkeit des Projekterfolgs eingeschränkt ist.
Laufzeit
Startdatum: 01.10.2017
Enddatum: 31.12.2019
Finanzierungsvolumen
13.500 €
Träger
Landkreis Rotenburg (Wümme) (Standortprojektträger)
Weitere beteiligte Akteure
Ethno-Medizinischen Zentrum e. V. Hannover (fachliche Begleitung der Projektstandorte als Projektträger)
Torben Bogner
Landkreis Rotenburg (Wümme)
Mückenburg 26
27404 Zeven
Tel.: 04281 9833233
E-Mail:
Franziska Wronka
Landkreis Rotenburg (Wümme)
Hopfengarten 2
27356 Rotenburg
Tel.: 04261 9832854
E-Mail:
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beteiligten Gesundheitsregionen.
Datum der letzten Bearbeitung: 01.03.2023