Ein Projekt der Gesundheitsregionen Vechta und Cloppenburg
Dialoggruppe
Ausgangslage
Aufgrund der Auswirkungen des demografischen und strukturellen Wandels auf den Arbeitsmarkt, speziell auf das Gesundheitswesen, deutet sich bereits heute die Reduktion des Angebotes an qualitativ hochwertig ausgebildeten Pflegefachkräften an. Durch die Gestaltung günstiger Rahmenbedingungen und eine zukunftsorientierte Fachkräftepolitik müssen die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, um das Fachkräfteangebot auch über 2030 hinaus regional zu sichern. Dabei gilt es, im Bereich der Pflegebranche Strategien zu entwickeln, welche den zukünftigen Bedarf an ausgebildeten Fachkräften in der akut-stationären, ambulanten und stationären Pflege decken können.
Maßnahmen sind hier bereits die Pflegestärkungsgesetze, welche auch die Ausbildung grundlegend verändern. Statt der dreiteiligen Ausbildung soll bspw. fortan eine generalisierte Ausbildung zum Titel der/des „Pflegefachfrau/-manns“ berechtigen.
Vorgehen im Projekt
Auf die bereits bestehenden Strukturen aus dem ersten Projekt soll im zweiten Projekt aufgebaut werden.
Im Rahmen der Projektarbeit sollen sowohl bestehende als auch zukünftige Versorgungslücken im pflegerischen Bereich identifiziert werden und spezielle Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
Stärkung der generalistischen Ausbildung:
Ausbildungsperspektiven sollen geschaffen werden, für benachteiligte Zielgruppen, wie etwa Alleinerziehende oder Arbeitslose; aber auch Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund stellen ein wichtiges Potenzial dar, um die Fachkräftesituation verbessern zu können. Diesen Personen sollen gezielt Perspektiven im Bereich der Pflegeberufe eröffnet werden.
Gewinnung und Bindung von Fachkräften:
Es sollen Fachkräfte für die Einrichtungen und Dienstleister gewonnen und, aufgrund geschaffener Arbeitnehmer*innen-freundlicher Strukturen, langfristig an die Region und an die Unternehmen gebunden werden.
Förderung der Familienfreundlichkeit:
Die langfristige Erwerbstätigkeit von Frauen soll in diesem Berufsfeld erhalten werden und unternehmensspezifische Konzepte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen werden.
Qualifizierung und Integration von Arbeitssuchenden und zukunftsorientierte Weiterbildung von Beschäftigten:
Es sollen personengruppenspezifische Konzepte zur Integration in den Pflegeberuf entwickelt werden. Weiterhin soll gezielt die Erwerbsbeteiligung von Frauen, welche nach der Familienphase wieder in ihren/einen Beruf zurückkehren wollen, angesprochen werden. Zum einen sollen gezielte Maßnahmen, z. B. Beratungen, Förderung von Weiterbildungsangebot und (Teilzeit-)Ausbildungen, diesen Personen in Kooperation mit der Agentur für Arbeit/Jobcenter aufgezeigt werden. Zum anderen soll in Zusammenarbeit mit den Unternehmen aus der Pflegebranche, Ausbildungsstätten und der Universität Vechta Handlungsempfehlungen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern können, erarbeitet werden.
Auswirkungen
Die neue, generalistische Ausbildung in der Pflege führt zu einem erhöhten Informationsbedarf, nicht nur bei Berufsinteressierten. Über die neue Ausbildung wurden durch die Lehrer*innen der allgemeinbildenden Schulen sowie die Berufsberater der Arbeitsagentur aufgeklärt. Die Teilnahme an Jobmessen und Schulinternen Messen ist ein Schwerpunkt der Projektarbeit. Darunter fällt auch die Gestaltung von zielgruppenorientierten Messeauftritten. Diese werden im Laufe des Projektes digitalisiert.
Im Vornherein musste jedoch zunächst die strukturellen Veränderungen geklärt werden. Dabei hat das Projekt in den Landkreisen eine wichtige Vermittlungsfunktion zwischen den Unternehmen und Schulen. Nach wie vor ist die Ausbildung in Teilzeit im OM nicht möglich, die Gründe dafür sind vielschichtig und trotz großem Interesse einer Schule nicht umsetzbar.
Zur Gewinnung von ausländischen Fachkräften wurden spezielle Veranstaltungen mit Best-Practice Beispielen durchgeführt.
Der Beginn der Corona-Pandemie hat das Projekt zeitweise zum Stillstand gebracht und neue Problematiken ans Licht gebracht, die bei einem neuen Projekt näher beleuchtet werden sollen. Alle geplanten Veranstaltungen fielen aus, diese konnten zu großen Teilen nicht mehr nachgeholt werden.
Trotzdem sind die Pflegeschulen im OM zum Ausbildungsstart im August 2021 sehr gut gefüllt. Dies liegt sicherlich auch an den zahlreichen Bemühungen des Projektes.
Laufzeit
Startdatum: 01.08.2019
Enddatum: 31.08.2021
Finanzierungsvolumen
306.315,51 €
Träger
Landkreis Vechta & Landkreis Cloppenburg
Weitere beteiligte Akteure
Vereine
Frau Dunja Grützner
Landkreis Vechta
Neuer Markt 8
49377 Vechta
Tel.: 04441 8982202
E-Mail:
Frau Tomke zur Brügge
Landkreis Vechta
Neuer Markt 8
49377 Vechta
Tel.: 04441 8982202
E-Mail:
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beteiligten Gesundheitsregionen.
Datum der letzten Bearbeitung: 22.03.2023