Ein Projekt der Gesundheitsregion Emsland
Ziele des Projekts
Dialoggruppe
Ausgangslage
Der Fachkräftemangel in der Pflege und die hohe Belastung der Pflegekräfte in Deutschland bergen die Gefahr, dass diese trotz zuletzt getroffener und zu begrüßender Maßnahmen in Qualitätseinbußen für die Pflegebedürftigen umschlagen. Viele Pflegedienste beklagen bereits, dass sie ihren Personalbedarf nicht decken können und angesichts der demografischen Entwicklung wird ein steigender Pflege- und damit Personalbedarf erwartet. Beruflich als auch familiär Pflegende haben darüber hinaus ein hohes Erkrankungsrisiko, das multifaktorielle Ursachen hat (psychodynamisch, arbeitsergonomisch, kulturell) und sowohl durch die Verhältnisse (z. B. Arbeitsorganisation, Arbeitsbelastung) als auch durch das Verhalten (z. B. geringe Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Doppelbelastung, Adipositas) beeinflusst wird.
Vorgehen im Projekt
Die beteiligten Pflegedienste erproben, wie die Pflegeorganisation verändert werden muss, damit die Pflegeleistungen für die Patient*innen ganzheitlicher abgebildet werden können, die Pflegebereitschaft von Nachbarschaft und Angehörigen gefördert sowie stabilisiert und die Arbeitszufriedenheit der professionell Pflegenden verbessert werden kann.
Durch eine Verschlankung der Führungsstrukturen, insbesondere eine weitgehende Verselbstständigung der Pflegeteams und eine agile Arbeitsweise sollen Overheadkosten und -aufwand reduziert werden. Die Leitung soll die Aufmerksamkeit neben Qualitätssicherung/Gefahrenabwehr auf die psychosozialen Bedürfnisse der Mitarbeitenden richten (achtsame Führung), Reibungsverluste im Team reduzieren (durch Coaching) und dafür sorgen, dass die Vorgehensweisen und Pflegetechniken, aber auch technische und digitale Unterstützungsmöglichkeiten stets auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnis sind. Die durch diesen Technikeinsatz freiwerdenden Ressourcen sollen den Mitarbeitenden in der Pflege als Entlastung zur Verfügung stehen. Die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden soll dadurch gesteigert werden, dass sie die Abläufe und Prozesse weitgehend autonom steuern können und mehr Verantwortung und Entscheidungskompetenz übertragen bekommen. Dadurch soll die Resilienz gefördert und ein Beitrag zur Gesunderhaltung der professionell Pflegenden generiert werden.
Auswirkungen
Arbeitshypothesen:
Durch Bildung autonomer, eigenverantwortlicher kleiner Pflegeteams lassen sich die Arbeitszufriedenheit und die Berufsverweildauer steigern und der Krankenstand in etwa halbieren.
Im Quartier liegen Ressourcen brach, die durch eine bessere „Verortung“ des Pflegeteams und Stärkung des persönlichen Pflegearrangements zumindest teilweise erschlossen werden können.
Laufzeit
Startdatum: 01.03.2022
Finanzierungsvolumen
300.000 €
Träger
Wissenschaftliche Begleitung durch Living Lab - Wohnen und Pflege
Weitere beteiligte Akteure
Finanzierung
Nds. Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung
Ein Projekt im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege Niedersachsen (KAP.Ni)
Martin Schnellhammer
Living Lab
Albrechtstraße 30
49076 Osnabrück
Tel.: 0541 9690
E-Mail: m.schnellhammer@hs-osnabrueck.de
Timo Deiters
Landkreis Emsland
Ordeniederung 1
49716 Meppen
Tel.: 05931 441262
E-Mail: timo.deiters@emsland.de
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beiteiligten Gesundheitsregionen
Datum der letzten Bearbeitung: 10.01.2023