Ein Projekt der Gesundheitsregion Gifhorn
Ziele des Projekts
Dialoggruppe
Ausgangslage
In verschiedenen Studien hat sich immer wieder herausgestellt, dass insbesondere zahlreiche Kinder im Kindergartenalter und im Grundschulalter Auffälligkeiten in den Sehfunktionen zeigen. Dies kann auch im Rahmen einer durchgeführten Studie bei Grundschulkindern im Landkreis Gifhorn belegt werden. Bei 23 % der Kinder werden Auffälligkeiten gefunden, die einer optischen Korrektion oder einer augenärztlichen Behandlung bedürfen. Die Daten der SOPHIA Einschuluntersuchung von 2014 im Landkreis Gifhorn zeigen ebenfalls, dass von den 1.583 untersuchten Kindern, 158 (10 %) mit abklärungsbedürftigen Befunden zum Augenarzt überwiesen werden. Von den 107 Rückmeldungen (67,7 %) bestätigt sich der Verdacht bei 48,6 % der gemeldeten Befunde. Dabei kann eine lebenslange Sehschwäche bei rechtzeitiger Behandlung verhindert werden und deren Folgeerscheinungen, Alltagseinschränkungen und Fehldiagnosen vermieden werden. Genau hier setzt das Projekt „Frühkindliches Sehscreening“ an.
Vorgehen im Projekt
Das augenoptische Screening wird von Fachleuten, die über den Meistertitel im Augenoptikerhandwerk und somit über die notwendige Qualifikation verfügen, durchgeführt. In den Kindertagesstätten/-pflege des Landkreises Gifhorn werden 2017 ca. 6.100 Kinder betreut. Das Projekt sieht vor, alle Kinder innerhalb von zwei bis drei Jahren nach dem beschriebenen Umfang (s.u.) zu screenen. Anschließend sollten nur noch die Kinder am Screening teilnehmen, die neu in die Kindertagesstätte/-pflege aufgenommen werden. Diese Vorgehensweise erscheint sinnvoll, da die älteren Kinder ein weiteres Screening bei der Schuleingangsuntersuchung durch das Gesundheitsamt erfahren.
Erteilen die Eltern schriftlich ihr Einverständnis, so werden die folgenden Sehfunktionen geprüft: Sehschärfe Ferne/Nähe und Stereoskopisches Sehen Ferne/Nähe, Farbensehen, Objektive Messung der Fehlsichtigkeit, Messung der Anisometropie, Prüfung des Akkommodationsverhaltens, Prüfung der Augenmotilität, Prüfung der Konvergenz, Prüfung auf Strabismus, Prüfung auf Heterophorie, Beurteilung der Augenmedien.
Ein Vergleich dieses Messprogramms mit dem durch die in den Leitlinien 2 und 3 der DO G und dem BVA vorgeschlagenen und geforderten Programms, zeigt weitgehend Übereinstimmung.
Insofern wird mit diesem Projekt das durchgeführt, was deutsche Augenärzt*innen seit langem fordern. Die Eltern werden mittels eines Ergebnisbogens über die Messergebnisse so informiert, dass sie entscheiden können, ob sie mit ihrem Kind eine*n Augenärzt*in oder Augenoptiker*in aufsuchen.
Auswirkungen
Das Projekt startet im September 2017 in der Samtgemeinde Hankensbüttel und in Wesendorf, wird dann in den Jahren 2018, 2019 und 2020 in der Stadt und im gesamten Landkreis Gifhorn fortgeführt. Dabei werden ca. 3.750 Kinder gescreent. Die Auswertung der Messungen ergibt bei ca. 20 % der Kinder Auffälligkeiten, die zu einer Verweisung an die Augenärzt*innen führen. Über eine Masterarbeit werden die Rückmeldungen erfasst, wie viele der auffällig getesteten Kinder anschließend versorgt werden müssen. Bei ca. 60 % der auffälligen Kinder kommt es zu einer augenärztlichen Verordnung. Das entspricht ca. 420 Kindern. Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig die möglichst frühe Untersuchung des Sehens ist und dass die standardmäßig durchgeführten U-Untersuchungen anscheinend nicht ausreichen, die vorhandenen Defizite aufzudecken.
Laufzeit
Startdatum: 01.09.2017
Enddatum: laufend
Finanzierungsvolumen
22.600 €
Träger
Ein Präventionsprojekt der "Initiative Kinder brauchen Zukunft ... im Landkreis Gifhorn" in Kooperation mit dem VFWK e. V. (Verein zur Förderung der Wahrnehmung bei Kindern e. V.)
Weitere beteiligte Akteure
Initiative "Kinder brauchen Zukunft ... im Landkreis Gifhorn"
Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Gifhorn
e. V.
Am Wasserturm 5
38518 Gifhorn
E-Mail:
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beteiligten Gesundheitsregionen
Datum der letzten Bearbeitung: 08.02.2023