eMedCare Emsland-Osnabrück - digitale Brücke zwischen Hausarzt und Pflege in den Gesundheitsregionen Emsland und Osnabrück

Ein Projekt der Gesundheitsregionen Emsland und Osnabrück

Ziele und Dialoggruppe

Ziele des Projekts

  • Verbesserung der Zusammenarbeit an der wichtigen Schnittstelle von Pflege und Hausarzt und Hausärztin durch Veränderung von Prozessen und Einsatz neuer Technologien
  • Entwicklung einer digitalen Plattform inklusive einer App
  • Verbesserung der medizinischen Versorgung für chronisch Erkrankte, hochbetagte und immobile Patienten und Patientinnen durch eine sektorübergreifende Vernetzung von Hausarzt oder Hausärztin und ambulanter/stationärer Pflege

Dialoggruppe

  • Hausärzte und Hausärztinnen
  • Pflegedienste und Pflegeheime
  • Hochbetagte (80+) oder pflegebedürftige Menschen

Maßnahmen und Auswirkungen

Ausgangslage

Der demografische Wandel stellt Medizin und Pflege vor wirtschaftliche und organisatorische Herausforderungen. Die Veränderung der Altersstruktur führt zu steigenden Fallzahlen altersabhängiger Erkrankungen und ruft somit weitere Bedarf an medizinischer und pflegerischer Versorgung hervor. Gleichzeitig ist ein Fachkräftemangel in Pflege und Medizin festzustellen. Die Kooperation zwischen Hausärzten und Hausärztinnen  und ambulanter/stationärer Pflege ist ein wichtiger Aspekt zur Versorgungssicherheit und Versorgungskontinuität. Es ist sowohl für die/den verordnenden Ärztin oder Arzt wie auch den Pflegedienst wichtig, über den Versorgungsverlauf zu kommunizieren, um ggf. Anpassungen vorzunehmen, Verordnungen zu verlängern oder zu verändern. Derzeit liegt eine Problematik insbesondere in der fehlenden Weitergabe und Nutzbarmachung von patientenrelevanten Daten. Pflege und Hausarzt oder Hausärztin tauschen zwar Informationen aus, diese werden aber jeweils getrennt erhoben und dokumentiert.

Vorgehen im Projekt

Die beteiligten Akteure werden mit einer Technik ausgestattet, die eine datengestützte Kommunikation ermöglicht. Dies beinhaltete einen Koffer, der u. a. ein Tablet für die Kommunikation

enthält. So kann der Pflegedienst bspw. über synchronisierte Patientenlisten die/den Patienten oder Patientin auswählen und Messungen durchführen, die über das Tablet in die Patientendokumentation und von dort auf ein gemeinsames Portal übertragen werden, wo sie den Hausärzten und Hausärztinnen zur Verfügung stehen. Im Laufe des Projekts wird eine App entwickelt, die Santigo Care+ APP. Diese soll die Kommunikation zwischen Ärzten und Ärtztinnen und Pflege vereinfachen sowie die Handhabung der Patientendaten (Patientennamen, Aufgabenfunktion für die Patienten und Patientinnen). Die Hausärzte und Hausärztinnen  hatten die Möglichkeit für ihre Patienten und Patientinnen  eine individuelle Aufgabenliste zu hinterlegen, welche Messung bzw. Information sie/er bezüglich der/des Patienten oder Patientinnen  benötigt (von der Ärztin vom Arzt eingestellte Fragebögen, Fotoaufnahmen, Schmerzlevel) und somit die Pflege bezüglich der Datenerhebung steuern. Voreingestellte (Warn-)Schwellenwerte wurden automatisch ausgewertet; bei Überschreitung wurde die zuständige Stelle informiert. Während der Projektlaufzeit liegt ein Schwerpunkt auf einem kontinuierlichen Austausch zwischen den beteiligten Akteuren, um eine Transparenz über die Umsetzung zu gewährleisten. Hierfür werden regelmäßige Treffen mit den Akteuren in den Landkreisen Emsland und Osnabrück durchgeführt, die durch das Living Lab organisiert und moderiert werden. Das Projekt wird durch eine Prozessevaluation begleitet und ermöglicht eine kontinuierliche Verbesserung im Vorgehen. Eine Gesamtauswertung zum Ende der Projektlaufzeit schließt den Evaluationsprozess ab.

Auswirkungen

Während der Umsetzung des Projektes treten einige Herausforderungen auf, die die Verwirklichung der Ziele erschweren. Beispielsweise schränkt eine lückenhafte Mobilfunkversorgung die Funktion der Technologie ein. Zudem sind die Geschäftsmodelle für die Beteiligten, insbesondere für die Pflege, wenig attraktiv, bzw. fehlen ganz, wie beispielsweise im vollstationären Bereich. Die Vorgaben für die Abrechenbarkeit von Leistungen sind sehr starr und lassen eine sektorübergreifende Abrechnung nicht zu.

Im Projekt wird viel Verständnis für die Situation der jeweils anderen Berufsgruppen erreicht. Gleichzeitig stehen für die jeweiligen Standesvertretungen der Beteiligten die eigenen Ziele im Vordergrund, sodass Kompromissfindungen zur Zielerreichung herausfordernd sind.

Zusammenfassend sehen alle Beteiligten große Potenziale in dem Projekt eMedCare. Insbesondere für die Bewältigung der demografischen Herausforderungen bietet eMedCare zukunftsorientierte und innovative Lösungsstrategien. Gleichzeitig müssen weiterhin Prozesse angepasst und vereinheitlicht werden, damit Synergien gehoben werden können und es zu effektiveren Vorgehensweisen kommt.

Laufzeit und Finanzierung

Laufzeit

Startdatum: 01.06.2018

Enddatum: September 2020

Finanzierungsvolumen

91.200 €

 

Träger und beteiligte Akteure

Träger

  • Gesundheitsregion Emsland
  • Gesundheitsregion Osnabrück

Weitere beteiligte Akteure

  • Gemeinschaftspraxis Dres. Sievert, Dr. Jan Sievert (Meppen)
  • Praxis Dr. Stefan Eilermann (Meppen)
  • Fachärztin für Palliativmedizin Dr. Drüge (Bad Essen)
  • Haus St. Michael, (Ostercappeln) (Träger: Niels-Stensen-Kliniken)
  • DRK Wohnpark Meppen-Esterfeld (Träger: DRK-Kreisverband Emsland e. V.)
  • Caritas Sozialstation Haus St. Marien (Belm) (ambulanter Pflegedienst)
  • Living-Lab Wohnen und Pflege in der Science to Business GmbH - Hochschule Osnabrück, Hochschule Osnabrück

Ansprechpersonen

Timo Deiters

Landkreis Emsland


Ordeniederung 1

49716 Meppen

Tel.: 05931 441262


E-Mail:

Timo.Deiters@emsland.de

Milena Lütkemeier

Stadt und Landkreis Osnabrück


Am Schölerberg 1

49082 Osnabrück

Tel.: 0541 5013117


E-Mail:

Milena.Luetkemeier@Lkos.de

Weiterführende Links

Projektwebseite


Website des Projekts

Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beteiligten Gesundheitsregionen.


Datum der letzten Bearbeitung: 27.02.2023


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