Verbesserung der Versorgung von Heimbewohnern im ärztlichen Bereitschaftsdienst

Ein Projekt der Gesundheitsregion Heidekreis

Ziele und Dialoggruppe

Ziele des Projekts

  • Erarbeitung und Implementierung einheitlicher Standards in Form einer Checkliste für die Vorbereitung der Bereitschaftsdienstbesuche in Pflegeheimen
  • Verbesserung der Qualität der Versorgung im Bereitschaftsdienst durch die Senkung des Risikos von Behandlungsfehlern und Optimierung der Informationsvermittlung
  • Weiterqualifizierung der Mitarbeitenden in den Pflegeheimen, um Notfallsituationen besser einschätzen zu können

Dialoggruppe

  • Heimbewohner*innen
  • Ärzt*innen
  • Pflegepersonal

Maßnahmen und Auswirkungen

Ausgangslage

Der ärztliche Bereitschaftsdienst deckt in der „sprechstundenfreien Zeit“ die ärztliche ambulante Versorgung

ab. Gemessen am Bevölkerungsanteil (auch der älteren Mitbürger*innen) wird der Bereitschaftsdienst überproportional von Pflegeheimen beansprucht. Ein Teil der Inanspruchnahmen hat keinen wirklich akuten medizinischen Hintergrund, sondern dient der „juristischen Absicherung“ der Pflegekräfte. Fast immer handelt es sich um multimorbide Patient*innen mit Vielfachmedikation und langwierigen und komplizierten Vorgeschichten. Für die diensthabenden Ärzt*innen ist eine Beurteilung des Gesundheitszustandes dieser Patient*innen äußerst schwierig, da sie die Patient*innen oftmals nicht kennen. Eine verbesserte standardisierte Information ist hilfreich und kann insbesondere Krankenhauseinweisungen vermeiden.

Vorgehen im Projekt

Es werden zwei Pflegeheimkonferenzen organisiert. Diese leitet der niedergelassene Arzt Herr Dr. Meyer in Zusammenarbeit mit der Pflegedienstleitung Frau Wendebourg. Das Ziel der Veranstaltung ist die Erarbeitung einheitlicher Standards in Form einer Checkliste. Teilnehmende der Konferenzen sind Vertreter*innen aus den Pflegeeinrichtungen im Nordkreis, die Koordinator*innen des Notdienstes, Vertreter*innen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und Ärzt*innen, die häufig im Bereitschaftsdienst arbeiten. Beispielhafte Inhalte der Checkliste sind bereitzuhaltende Unterlagen zur/zum Patient*in wie Versichertenkarte, Befreiungsnachweis, Marcumarpass, oder als „Hand out“ für die/den Dienstärzt*in Medikamentenplan, Dauerdiagnosen etc. Darüber hinaus kann die Pflegeheimkonferenz eventuell die Differentialindikation, wann eine Benachrichtigung des Rettungsdienstes, des Bereitschaftsdienstes oder der/des Hausärzt*in am nächsten Werktag angemessen ist, vertiefen und dazu Hinweise und Leitlinien – soweit nicht schon in den Heimen vorhanden – verfassen oder ergänzen.

Die Checkliste wird modellhaft in zwei Einrichtungen erprobt und im Anschluss per Rundschreiben an alle Pflegeeinrichtungen im Landkreis verteilt mit der Bitte diese einzusetzen und Erfahrungen rückzumelden.

Auswirkungen

Zwei Veranstaltung fanden zu diesem Thema mit den Pflegedienstleitungen des Nordkreises, den Koordinator*innen des Bereitschaftsdiensts, den Ärzt*innen im Bereitschaftsdienst und der Kassenärztlichen Vereinigung im Januar und März 2013 statt. Während dieser Veranstaltungen wurde die Checkliste entwickelt und verabschiedet.

Die Checkliste wurde daraufhin im Nordkreis modellhaft erprobt, indem alle niedergelassenen Ärzt*innen und Pflegeeinrichtungen im Mai 2013 angeschrieben und über die Checkliste informiert wurden. Diese wurde ihnen sowohl postalisch als auch digital zur Verfügung gestellt. Die Auswirkung ist eine verbesserte, erleichterte und klar strukturierte Bereitschaftsdienstversorgung.

Laufzeit und Finanzierung

Laufzeit

Startdatum: 2012


Verstetigt seit: 2012

Träger und beteiligte Akteure

Weitere beteiligte Akteure

  • Hausärzt*innen
  • Pflegepersonal
  • Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen

Ansprechpersonen

Britta Führer

Landkreis Heidekreis


E-Mail: b.fuehrer@heidekreis.de

Lea Verwohlt

KVN Niedersachsen


E-Mail: lea.verwohlt@kvn.de

Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beteiligten Gesundheitsregionen.


Datum der letzten Bearbeitung: 27.02.2023


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