Ein Projekt der Gesundheitsregion Emsland
Ziele des Projekts
Dialoggruppe
Ausgangslage
Nach einer Bevölkerungsvorausberechnung wird in Niedersachsen die Zahl der Menschen über 60 Jahre von 2,2 Mio. (im Jahr 2015) auf 2,8 Mio. im Jahr 2031 steigen. Die meisten Menschen wünschen sich, im Alter – auch bei Pflegebedürftigkeit – ein selbstbestimmtes Leben zu Hause führen zu können. Wenn Pflegebedürftige länger zu Hause leben und versorgt werden können, nutzen sie weniger lange die im Regelfall teureren stationären Pflegeeinrichtungen. Darin besteht eine Chance für die Kommunen, den Anstieg der Ausgaben für die Hilfe zur Pflege zu verringern.
Bereits im Vorfeld der Pflege ist es daher wichtig, den Verbleib in der Häuslichkeit zu unterstützen, z. B. durch Wohnberatung und weitere Unterstützung.
Jeder Monat, den ein alter Mensch zu Hause wohnt, spart somit dem Staat viele Millionen im stationären Bereich bei der Hilfe zur Pflege.
Vorgehen im Projekt
Sobald ein*e Bürger*in Bedarf signalisiert wird dies an eine ehrenamtliche Wohnberatung weitergeleitet. Der*die Wohnberater*in vereinbart einen konkreten Beratungstermin vor Ort und lokalisiert dabei mögliche. Dauer ca. 1,5 bis zwei Zeitstunden. Anschließend wird darüber ein sehr ausführlicher Bericht mit Fotos der Ist-Situation und Lösungsvorschlägen angefertigt. Diese Dokumentation (im Durchschnitt ca. 30 Din-A 4 Seiten lang) leitet der/die ehrenamtliche Wohnberater*in an den Seniorenstützpunkt (SPN). Die dortige hauptamtliche Wohnberater*in prüft den Bericht, optimiert ggf. und sendet diesen mit Finanzierungsmöglichkeiten und weiteren Informationsbroschüren und Informationen zu Unterstützungsnetzwerken (Nachbarschaftsinitiativen, DUO - Seniorenbegleitung etc.) an den*die Bürger*in. Die Hauptamtliche Wohnberaterin steht darüber hinaus für weitere Fragen zur Verfügung.
Auswirkungen
Durch die ausführlichen Dokumentationen (Berichte) hat sich die Nachfrage nach einer Wohnberatung seit 2017 stetig erhöht. Von 2010 bis 2016 wurde Wohnberatung gar nicht bis vereinzelt nachgefragt. Der Grund lag in stigmatisierter Wortwahl, da mit der Bezeichnung „Wohnberatung für Behinderte und Senioren“ geworben wurde. Erst mit positiv besetzter Wortwahl „Wohnberatung für alle Altersklassen bei Bedarf und zukunftsorientiert“ und die Erstellung von ausführlichen Dokumentationen erhöhte die Nachfrage, weil die Bürger*innen ihren Nutzen darin erkannten.
2019 wurden 68 % Wohnberatungen anlassbezogen und 32 % präventiv Wohnberatungen nachgefragt, 2020 verschoben sich die Zahlen bereits zu 55 % bzw. 45% hin.
Es geht darum, Grundlagen beim Bau, bei der Renovierung oder auch beim Möbelkauf zu legen, um plötzliche Anpassungen zu vermeiden. Insbesondere auch, weil die Eigenheimquote im Emsland bei aktuell bei rund 83 % liegt (im Vergleich dazu in Niedersachsen 74 % und in Deutschland rund 67 %) und sich der Wohnungsbestand hier zwischen 1987 und 2019 von rund 78.000 auf 144.000 nahezu verdoppelt hat.
Laufzeit
Startdatum: 01.01.2020
Verstetigt seit: 01.01.2017
Finanzierungsvolumen
6.000 €
Träger
Landkreis Emsland, Seniorenstützpunkt (SPN)
Weitere beteiligte Akteure
Netzwerk von 25 ehrenamtlichen Wohnberater*innen
Kerstin Knoll
Landkreis Emsland
Ordeniederung 1
49716 Meppen
Tel.: 05931 441267
E-Mail: seniorenstuetzpunkt@emsland.de
Die Angaben zu den Projekten entstammen Mitteilungen aus den beiteiligten Gesundheitsregionen
Datum der letzten Bearbeitung: 10.01.2023